Bei Sturm und Regen im Nationalpark Kellerwald

Ober-Mörlen (pm). Die Naturschutzgruppe O-M kann auf eine Reihe erfolgreicher Vereinsausflüge zurückblicken, zum Beispiel in die Ardennen und die Rhön. Diesmal ging's in den Kellerwald. Organisator Hans-Josef Rauch konnte im vollbesetzten Bus auch Teilnehmer des NABU Bad-Nauheim und des Arbeitskreises-Naturschutz Langenhain-Ziegenberg begrüßen.

 

Nach knapp zweistündiger Anfahrt war das neu erbaute Nationalparkzentrum Kellerwald erreicht. Dort wurde die Busgesellschaft zweigeteilt und von Rangern für eine dreistündige Rundwanderung durch den Nationalpark übernommen.Die Route führte über Teilstrecken des Urwaldsteigs, und der Ranger machte immer wieder Halt, um Pflanzen und Tiere zu erklären sowie auf die Besonderheiten des Baumbestands einzugehen.

Der dominante Baum des Kellerwalds ist die Buche mit einem Anteil von 70 Prozent. Nur 5 Prozent des Nationalparks entfallen auf Freiflächen, die auch freigehalten werden. Der Ranger wies ausdrücklich darauf hin, dass es sonst keine weiteren Eingriffe in die Natur gebe. Selbst ein Waldbrand würde nicht gelöscht.

Gegen Mittag trafen die Gruppen wieder im Nationalparkzentrum ein und stärkten sich im Restaurant. Anschließend stand die Führung durch die modern gestaltete Ausstellung auf dem Programm. »Urschätze der Wildnis«, »Waldwerk« und das 4D-Sinnekino waren die Stationen. Auf Begeisterung stieß der aufwändig produzierte Film »Buchenblicke«. Neben dem räumlichen Bildeindruck war vor allem die vierte Dimension furios: Kinostühle vibrierten, Wind blies in die Gesichter und Wassertropfen fielen auf die Zuschauer.

Dr. Erik Meyer in der Multimedia-Welt des Nationalparkzentrum. (Foto: mk)

Am Nachmittag ging's zum nahen Edersee. Auf der Fahrt zur Staumauer konnten die Ausflügler auf einen fast leeren See schauen. Statt 200 Millionen Kubikmetern waren nur noch 40 Millionen gespeichert, und die Wasseroberfläche lag 20 Meter tiefer als gewohnt. Einige Ausflügler wanderten bis zum Aussichtspunkt Stollmühle, von dem aus eine trocken gefallene Felsformation begehbar war, andere entspannten sich an der Uferpromenade oder besuchten ein Straßencafé.

Die Heimfahrt führte über die verschlungenen Wege des nordhessischen Berglands und die Schwalm nach Alsfeld-Liederbach zum Abendessen, danach ging es zügig nach Ober-Mörlen zurück.

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