Trieschwiesentümpel

 Gemeinde:

 Ober-Mörlen (440018)

Gemarkung

Langenhain-Ziegenberg

(0369)

 

 Flur:             11

Flurstück-Nr.: 1

 

              

 Größe:  ca. 900 qm

Flurname:  Kirchwald

 

 

 Lage:

 

Teich „Trieschwiesentümpel“ am Südwest-Ende der Trieschwiese, 

Abt. 16 b 

 

Eigentumsverhältnis

 

Freiherr Gerd Christian von Schäffer-Bernstein, Usinger Str. 116 

61239 Ober-Mörlen / Ziegenberg

 

Besitzverhältnis

 

Kostenlose schriftliche Gestattungsvereinbarung vom September 1994 auf unbestimmte Zeit gemäß des AKN-Nutzungskonzepts von 1994. Gestattungsvertrag von 2017:

Die Überlassung zur Nutzung ab 2017 erfolgte in einem Gestattungs-

vertrag für 10 Jahre und verlängert sich stillschweigend um ein weiteres Jahr, wenn nicht eine der Vertragsparteien den Vertrag mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten zum 31. Dezember kündigt.

 

Bodenverhältnisse:

 

Quellenhorizont mit Teich auf natürlicher Lehmschicht

 

Zugang:

 

über Waldwege

 

Ausgangssituation:

 

Die Trieschwiese ist eine schon sehr alte, an einem Hang ge-

legene Äsungswiese im Kirchwald. Vor allem am von oben 

gesehen rechten Rand befinden sich mehrere Stellen mit 

kleinen Quellen. Das Wasser sammelt sich in Rinnsalen, die

an verschiedenen Stellen weiter nach rechts hangabwärts 

in den „Trieschwiesentümpel“ münden, einem etwa recht-

eckigen Teich mit einer Größe von ca. 900qm. Nach Aussagen

gen von Dorfbewohnern existiert der Teich auf jeden Fall seit

mehr als 80 Jahren. 

 

Am oberen Rand des Teiches befindet sich eine Quellfassung,, aus der Wasser in den Teich läuft. Von dieser Fassung führt eine Reihe in den Boden gesetzter Steine hangaufwärts.

Die Steinreihe quert den Hang und führt Wasser zur Quelle,  darf also keinesfalls beschädigt werden.

Je nach Niederschlag münden weitere Rinnsale aus dem Quellhorizont in den oberen Randbereich des Tümpels.

 

Im unteren Bereich des Teiches floss der Überlauf durch

ein Rohr in einen Graben und bildete talabwärts die so-

genannten „Blaupfützenlachen“, einen Bachlauf mit Kol-

ken und Wildschweinsulen, deren blauschimmerndes Was-

ser wohl namensgebend war.   

 

Ab 1994 erhielt der Arbeitskreis Naturschutz (AKN) den 

in die Jahre gekommenen Teich zur ausschließlich zu 

Zwecken des Naturschutzes vorgesehenen Nutzung. (2017 

folgte ein schriftlicher Vertrag (s.o.)). 

Leckagen des Dammes waren zu beseitigen und die Pflege

von Laichhabitat für Amphibien und Reptilien (z.B. Gelb-

bauchunke, Feuersalamander) sowie Tränke für Wildtiere 

sollte sichergestellt und verbessert werden.

 

 

Maßnahmen:

 

Im Juli 1997 beseitigte der Jagdpächter des Gebietes mit Hilfe 

des AKN Undichtigkeiten des Teichdammes so, dass dieser 

wieder Wasser anstaute und damit die Gefahr des Austrocknens für das Laichgewässer gebannt schien.

 

Im Juli 1998 stellte der AKN den Überlauf wieder her, nach- dem hier größere Undichtigkeiten auftraten.

2000 musste der undichte Damm wieder hergerichtet und 

2001 nochmals mit neuem Lehm abgedichtet werden. Auch

2003 war wieder eine Reparatur am Ablauf nötig. 

 

Nachdem 2004 wieder sehr viele Molche in dem mit Schlamm belasteten flachen Gewässer anzutreffen waren, musste der 

Damm 2007 im Ablaufbereich mit Bohlen und Erde verstärkt 

und mit schwerem Rüttler verdichtet werden, um die ver-

breiteten Undichtigkeiten zu beheben.

 

Seitdem kam es immer wieder zu Undichtigkeiten. Ein hoher 

Baum auf dem Damm im Ablaufbereich wurde ca. 2017 von

einem Sturm umgeworfen und musste abgesägt und entfernt werden. Unter seinem riesigen Wurzelballen floss seitdem ein Rinnsal aus dem Teich. Weitere Abdichtungsversuche in den folgenden Jahren waren nicht mehr erfolgreich.

 

2021 zeigte sich, dass der Teich seine eigentliche Aufgabe nicht mehr erfüllen konnte: der Damm war verwittert, dicht stehende Bäume hoben das Erdreich oder fielen teilweise um und ihr Laub hatte über die Jahrzehnte zu Verschlammung geführt. Weite Bereiche des Teiches waren dadurch bereits trockengefallen. 

(s. Bild 1+2)

 

Nach Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde und dem Waldbesitzer wurde im November 2023 am oberen Rand des Dammes ein Abfluss geöffnet. Es bestätigte sich, dass die Schlammschicht die Wasseroberfläche fast erreicht hatte.  (s. Bild 3)

 

Ohne grundlegende Entschlammung und Neuanlage des Dammes würde das wertvolle Biotop verloren gehen.

 

Im Winter wurden Bäume im Uferbereich gefällt, um die Teichstabilität zu verbessern und Laubeintrag zu mindern. Sonstige hohe Bäume blieben erhalten.

 

                                       

 

 

Neuanlage des Trieschwiesentümpels:

 

Eine vom AKN beauftragte Analyse des Schlammes ergab, dass keine Schadstoffe enthalten waren, so dass er in der lichten Senke neben dem rechten Ufer problemlos abgelagert werden könnte. 

Der AKN stellte 2024 Kontakte mit Hessen-forst, dem Waldbesitzer und der unteren Natur-schutzbehörde her, um

professionelle Unter-stützung zu bekommen und öffnete den Damm so weit, dass Ober-flächenwasser ablaufen konnte. (s. Bild 4)

                                                                              

Die Vernetzung der Beteiligten und der Experten sowie die Planung der Finanzierung war erfolgreich und so wurde die Entschlammung im August 2025 von der Fachfirma Hohm aus Weilmünster-Audenschmiede durchgeführt:

 

Der alte Abfluss wurde durch den Baggerfahrer zunächst bodentief vollständig geöffnet um den restlichen Wasserstand abzuführen.

Beim Ausbaggern zeigte sich sehr schnell, dass die Schlickschicht wesentlich dicker war als gedacht: Statt der geplanten 70cm wurde der Teich 1,50m tief. Vornehmlich auf der linken Seite und im vorderen Bereich entstand eine Tiefwasserzone (bis zu 1,50m tiefe) während oben und auf der rechten Seite auch eine Flachwasserzone vorbereitet wurde. Vor letzterer wurden Gehölze entnommen, um den Lichteinfall zu verbessern und durch teilweise möglicher Besonnung die Entwicklung von Amphibien zu fördern.

 

Um den Eintrag von Keimen zu verhindern, wurden die verwendeten Maschinen vor dem Einsatz desinfiziert und zur Schonung des Bodens und der natürlichen lokalen Lehmschicht wurden Baggermatten verwendet. 

 

Die Quellbereiche am linken und oberen Ufer sowie der Teichboden im oberen Bereich wurden nicht befahren. Bei letzterem wurden aus Schutzgründen noch Schlammreste belassen. So konnten die empfindlichen Quellhorizonte und die gefasste Quelle in der ursprünglichen Form erhalten werden. Das Aushubmaterial (ca. 300t !) konnte wie geplant rechts des Ufers in einer Senke ausgebracht werden. (s. Bild 5)

 

Da es notwendig war, den maroden Damm komplett mit Lehm zu erneuern, wurde der Abfluss aus Sicherheitsgründen nicht mehr im neuen Damm vorgesehen, sondern er wurde im gewachsenen Boden der unteren linken Ecke des Ufers mit Basaltsteinen vom Eichkopf als Auslauf neu modelliert: Ein mit den Steinen befestigtes neues Bachbett wurde ausgehoben, als einfache steinige Furt über den unteren Weg geführt und mündet dort in das ursprüngliche Bachbett der Blaupfützenlachen. (s. Bild 6)

 

Mittig vor dem unteren Ufer wurde zur Sicherheit im Teich ein grünes Überlaufrohr mit Drahthaube installiert. Der Einlauf liegt ca. 20cm höher als der neue Teichabfluss, aber tiefer als die Dammoberseite. Der Auslauf des grünen Rohres führt unter dem Damm hindurch nach außen. Somit verhindert er einerseits das Wegspülen der Dammkrone und ermöglicht andererseits das vollständige Leeren des Teiches. (s. Bild 7)

 

In der rechten oberen Ecke des Tümpels endet eine neuerstellte Rinne, die schräg nach oben den Hang hinaufführt. Sie soll Hangwasser des Quellhorizontes sammeln und auch dem Teich zuführen. (s. Bild 8)

 

Die Finanzierungskosten der Neuanlage des Biotops lagen bei gut 25.000 €. 80% zahlte der Wetteraukreis aus „Mitteln von Ersatzgeldern“ und 1.000 € spendete die Stiftung der Sparkasse Oberhessen „Herz für Natur“. Die Restkosten zahlte der Arbeitskreis-Naturschutz e.V. aus der Vereinskasse. 

 

Das Projekt konnte bei guten Bedingungen umgesetzt werden, jenseits der Zeiten der Amphibienwanderung. Die zahlreichen Krebse fanden schnell den Weg vom Schlick zurück in den Teich, der sich zusehends füllte. Bereits im Dezember zeigte sich das Biotop in einem erfreulichen Zustand. (Bilder 9-11)

 

 

Entwicklungszielbeschreibung:

 

Verbesserung eines artenreichen Biotops und Laichhabitats für Amphibien und Reptilien (wie Kröten, Frösche, Gelbbauchunken, Feuersalamander, Krebse, …)  und, nach der Auflichtung, auch Verbesserung der Vielfalt der Flora. Als Rückhaltebecken für Wasserreserven im Wald und Tränke für seine Tiere sowie Lebensraum für Insekten erfüllt der Trieschwiesentümpel wichtige Aufgaben.

 

 

Entwicklungs-, Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen zum Erreichen des Entwicklungsziels

 

-Kontrolle von Ablauf, Damm , Bachlauf, … ; evtl. Reparaturen

  mit 

  dem an unteren 

  rechten Rand abgelegten Steinmaterial

- Freihalten der Auflichtungen und Uferränder

- Bekämpfung des Indische Springkrauts und anderer

  invasiver Arten

  aus Flora u. Fauna

- Es besteht eine Zweckbindungsfrist von 30 Jahren

 

Stefan Kottwitz 2026

Wer sich über unsere letzten Aktivitäten informieren möchte.. 

Die Regenerierung des Trieschwiesentümpels 2025 im Kirchwald wurde

kürzlich durchgeführt. Die Projektbeschreibung befindet sich beim Projekt Feuchtbiotope.

 

Weitere Informationen bei den aktuellen Berichten

 

Nächstes Treffen:

Am Montag, den 02.03.2026 findet unsere nächste Mitgliederversammlung

 um 20.00 Uhr 

im alten Rathaus in Langenhain-Ziegenberg statt.

 

Ausgezeichnet mit dem Bürgerpreis Oberhessen im Wetteraukreis in der Kategorie Alltagshelden.

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